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03.08.2021

"Wenn der Bewegungsapparat rund läuft, hat das positive Auswirkungen auf alles andere!" – Interview mit Dr. med. Wolfgang Heumüller

Nach sieben Jahren an der Hessing Klinik in Augsburg verstärkt Dr. Wolfgang Heumüller nun seit Juni 2021 das Ärzteteam der Sportklinik Ravensburg. Als ausgewiesener Experte der Endoprothetik für Hüft- und Kniegelenk verhilft er Patientinnen und Patienten zu einer besseren Lebensqualität.

 Interview mit Dr. med. Wolfgang Heumüller

Sein Credo:
„Wenn der Bewegungsapparat rund läuft, hat das positive Auswirkungen auf alles andere!“

Dr. Heumüller, was genau ist Ihr Fachgebiet?

„Mein Fachgebiet ist die orthopädische Chirurgie – mit dem Schwerpunkt der Endoprothetik in Hüfte und Knie. Anwendung findet das zum Beispiel bei fortgeschrittener Arthrose mit dem entsprechendem Beschwerdebild, also Bewegungseinschränkungen, Schmerzen im Alltag sowie eingeschränkter Mobilität und Lebensqualität. Hier sind die modernen Implantate als Behandlungsmethode – und damit meine Arbeit – bewährt und etabliert.“

Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie Mediziner geworden sind? Gab es ein spezielles Ereignis oder einen wichtigen Menschen in Ihrem Leben, der Sie auf diesen Weg gebracht hat?

„Eigentlich nicht. Mein Vater ist Pfarrer und Missionar. Deswegen haben viele immer gesagt: »Du wirst auch mal Pfarrer!« Und meine Antwort war immer ein klares »Nein!«. Die Geisteswissenschaften haben mich – zumindest für eine berufliche Laufbahn – nie interessiert.

Medizin hingegen konnte ich mir immer schon vorstellen. Daher habe ich damals, kurz vor dem Abitur, einfach mal den Medizinertest gemacht. Da war die ganze Sache aber noch nicht ganz so klar für mich. Nach der Bundeswehrzeit, bei der ich als Sanitätssoldat eingesetzt war, kam aber mehr und mehr der Wunsch nach einem Medizinstudium auf. Deswegen habe ich mich schlussendlich beworben, landete dann aber direkt auf der Warteliste. Aus diesem Grund habe ich mich zu dieser Zeit auch noch anderweitig umgesehen – und zwar in der künstlerischen Ecke. Und so bin ich beinahe Kunsttherapeut statt Mediziner geworden. Aber dann kam die Nachricht, dass ich als Nachrücker in der medizinischen Fakultät in München aufgenommen werden könnte. So musste ich mich quasi von heute auf morgen entscheiden – und habe mich für die Medizin entschieden.“

Bereuen Sie diese Entscheidung?

„Nein, auf keinen Fall!“

Und wie kamen Sie dann schlussendlich zur Orthopädie beziehungsweise zur Endoprothetik?

„Mir war eigentlich schon immer klar, dass ich in die Chirurgie möchte. Einfach weil mir das Handwerkliche schon seit der frühen Studienzeit zugesagt hat. Dementsprechend habe ich erst einmal eine basischirurgische Ausbildung gemacht, deren Schwerpunkt auf der Allgemeinchirurgie liegt. Die Unfallchirurgie war da noch nicht beziehungsweise sehr wenig dabei. Aber diese Basisausbildung war eben die Grundvoraussetzung, um sich dann weiter spezialisieren zu können. 2008 habe ich also den Chirurgen in Memmingen gemacht, danach ging es für mich nach Friedrichshafen in die Unfallchirurgie. Später kam dann die Zusammenlegung der Spezialisierungen (= Orthopädie und Unfallchirurgie), d. h. ich brauchte dann auch noch eine orthopädische Ausbildung. Dafür bin ich nach Augsburg gegangen. Dort habe ich dann zudem den Schwerpunkt Endoprothetik gewählt.“

Was reizt Sie an Ihrer Arbeit, speziell an der Sportklinik Ravensburg?

„Reizend ist die Kombination aus dem Patientenkontakt, also der Sprechstunde, und den Operationen. Das macht mir viel Spaß!“

Gibt es auch irgendwas an Ihrer Arbeit, was Sie nicht so gerne machen?

„Da bekommen Sie wohl dieselbe Antwort wie von jedem Arzt.“ (lacht) „Die Administration und Dokumentation. Wobei ich sagen muss, dass es in der Sportklinik sehr angenehm ist, da es sich auf viele Schultern verteilt. Aber ja, die Bürokratie ist teilweise sehr zeitintensiv.“

Was machen Sie denn zum Ausgleich?

„Sport. Ich fahre Fahrrad oder gehe gerne mal mit der Familie in die Berge. Aber eigentlich mache ich jegliche Ausdauersportarten. Also alles, was die Gesundheit fördert.“

Was ist eigentlich der häufigste Grund, Sie als Mediziner aufzusuchen?

„Hüft- oder Kniebeschwerden, die schon über einen längeren Zeitraum hinweg anderweitig, aber leider ohne Erfolg behandelt wurden - zum Beispiel mit Krankengymnastik und einer dauerhaften Schmerzmitteleinnahme. Mangelnde Lebensqualität beziehungsweise hohe und andauernde (Bewegungs-)Einschränkungen bringen die Patientinnen und Patienten dann zu mir.“

Gibt es den Durchschnittspatienten in Ihrem Bereich?

„In der Endoprothetik ist der Durchschnittspatient tatsächlich eher älter, also 60+. Aber heutzutage kann man ja auch bis ins hohe Alter operative Maßnahmen ergreifen.

Das Entscheidende ist das biologische Alter, nicht das, was auf dem Papier steht.

Vor allem durch die inzwischen deutlich verbesserte Haltbarkeit der künstlichen Gelenke ist die Endoprothetik jedoch auch eine gute und sinnvolle Therapiemethode für jüngere Menschen, sofern die Indikation gegeben ist und andere Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen.“

Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

„Wenn ein Vertrauensverhältnis entwickelt wird. Schließlich sieht man die Patienten im niedergelassenen Praxisbetrieb meist auch regelmäßig zur Nachbehandlung und dementsprechend öfter und länger als im Klinik-Alltag. Da ist es wichtig, dass ein entsprechendes Vertrauen aufgebaut wird.“

Umgekehrt: Wie bringt man Sie so richtig auf die Palme?

(lacht) „Ich kann mit sehr vielem umgehen. Aber Ungeduld ist teilweise schwierig, was der klassische Prothesenpatient durchaus manchmal mitbringt. Doch auch dann nehme ich mir gerne die Zeit, den Menschen nochmal aufzuklären und durch den Prozess zu führen.“

Zu guter Letzt: Sind Sie mit der Sportklinik Ravensburg am Ziel Ihrer Laufbahn angekommen?

„Ich bin sehr zufrieden hier. Ich kann das machen, was mir Spaß macht. Deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich hier bis zu meiner Rente bleibe.“

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