Hüftdysplasie

Definition:

  • Die Hüftdysplasie ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Hüftgelenks. Die Hüftdysplasie kann dabei auch zusammen mit anderen Fehlbildungen vorkommen. Die alleinstehende Hüftdysplasie ist erheblich häufiger anzutreffen und findet sich in signifikant höherer Zahl bei Mädchen als bei Jungen. Ohne Behandlung kommt es bei schweren Formen zu bleibenden Schäden des Hüftgelenks mit Hinken, Gangstörungen und Schmerzen. Endzustand schwerer Formen ist die Hüftgelenksarthrose. Leichtere Formen weisen keine Schmerzen auf.
  • Die Beweglichkeit wird durch das Ausmaß der Umschließung des Hüftgelenkkopfs durch die Hüftgelenkspfanne sowie von Bändern und Muskeln beschränkt. Die Hüftgelenkspfanne umschließt den Hüftkopf zu deutlich weniger als 50 % seiner Oberfläche. Ab dem Kleinkindesalter ist durch die knöcherne Struktur des Hüftgelenkskopfs und der Hüftgelenkspfanne in der Regel eine knöcherne Stabilisierung erfolgt; auch die Bänder und Muskeln des Hüftgelenks stabilisieren dieses zusätzlich.

Ist die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne nicht korrekt (Fehlstellung), kann es beim wachsenden Kind zu einer Verknöcherung der Fehlstellung kommen. Auch können sich Hüftpfanne und Hüftkopf in einigen Fällen nicht regelrecht in Form und Größe ausbilden. Dies führt mittelfristig zu einer mangelhaften Funktion des Hüftgelenks mit nachfolgender Schädigung und Zerstörung (Arthrose).
 
Durch die Dysplasie kann ein erleichtertes Herausrutschen des Hüftkopfes (siehe Bild) aus der zentrierten Position in der Hüftgelenkspfanne resultieren. Das leichte Herausrutschen entspricht einer Subluxation (Teilverrenkung), das vollständige Herausrutschen einer Luxation (Verrenkung).

Behandlung

  • Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen im Säuglingsalter ohne Operation durch Einsatz breiter Windeln und Wickeln oder Spreizhosen. Auch eine Ruhigstellung durch Spreizgips kann erforderlich sein.
  • Kommt es im Jugend- oder Erwachsenenalter zu Beschwerden in der Hüfte wie Schmerzen oder auch ein Schnappen sollte die Geometrie der Hüfte analysiert werden. 
  • In manchen Fällen muss man zu einer Operation zur Korrektur der angeborenen Fehlstellung raten. Eine Operationstechnik die dabei in Frage kommt ist die “Triple Osteotomie”. Dabei wird das Becken um die Hüftpfanne an drei Stellen durchtrennt. Die Pfanne kann dann in korrekter Orientierung zum Hüftkopf verschraubt werden. Dadurch ist die Anatomie korrigiert und der Verschleiß am Gelenk wird verzögert sowie Beschwerden gelindert.

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