Volleyballspielerin - Schultergelenk ist anfällig für Luxation
Eine Schulterinstabilität ist keine Seltenheit

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Schulterinstabilität / Luxation

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Anatomie

Abbildung 1: Schulterblatt mit Schulterpfanne
Darstellung eines Schulterblatt mit Schulterpfanne

Das Schultergelenk besteht aus dem Oberarmkopf und der Gelenkpfanne. Die Schulterpfanne ist im Vergleich zum Oberarmkopf deutlich kleiner, wodurch sich ein relatives Ungleichgewicht ergibt. Außerdem ist die Schultergelenkspfanne verglichen z. B. mit dem Hüftgelenk sehr flach ausgebildet. Der daraus entstehende Vorteil ist die sehr gute Mobilität und damit der große Bewegungsumfang im Schultergelenk. 

Der knöchern vorgegebenen Hypermobilität des Schultergelenkes wirken weichteilige Strukturen (Bänder, Labrum und Muskulatur) entgegen, d. h. das Schultergelenk wird hauptsächlich weichteilig stabilisiert. Die hierfür verantwortlichen Strukturen sind die faserknorpelige Umrandung der knöchernen Pfanne (Labrum), die Schultergelenkkapsel mit den in sich eingeflochteten Bänder und insbesondere die Muskelsehnenmanschette, welche den Oberarmkopf umgibt.

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Beschwerden

Ursachen

Man unterscheidet zwischen einer unfallbedingten und einer nicht unfallbedingten Schulterluxation (= Ausrenkung des Schultergelenks). Typischer Unfallmechanismus für die erst genannte Form ist eine hebelnde Bewegung des Oberarmes bei gleichzeitiger Abspreizung und Außenrotation desselbigen (z. B. Schlag gegen den Wurfarm beim Handball). Hierbei kommt es zu einer Auskugelung des Oberarmkopfs gegenüber der Schulterpfanne nach vorne unten. Diese ist die häufigste Luxationsrichtung. Deutlich seltener kommt es zu einer Auskugelung des Oberarmkopfes nach hinten, beispielsweise bei Stromunfällen oder epileptischen Anfällen.

Abbildung 2a: Bankart-Läsion
Bankart-Läsion des Schultergelenk Ravensurger Sportklinik
Abbildung 2b: Hill-Sachs-Läsion
Hill Sachs Läsion des Schultergelenk Sportklinik Ravensburg

Kommt es nach einer unfallbedingten Schulterluxation bereits bei geringen Unfallmechanismen zu einer wiederkehrenden Auskugelung spricht man von einer posttraumatischen rezidivierenden Luxation. Hauptursachen hierfür sind verbliebene Schäden am Schultergelenk nach traumatischer Erstluxation wie z. B. ein nicht verheilter Abriss des knorpligen Pfannenrandes (Bankart-Läsion,  Abbildung 2a), eine Impressionsfraktur der Oberarmkopfrückseite (Hill-Sachs-Läsion, Abbildung 2b) und ein Riss des Kapselbandapparates mit überdehnter und zu lockerer Ausheilung.

Ursache einer nicht unfallbedingten (habituellen) Schulterluxation sind eine angeborene Fehlanlage der Schulterpfanne (zu flach/zu starke Neigung nach vorne) bzw. eine angeborene Schwäche des Kapselbandapparates (z. B. angeborene Bindegewebsschwäche). In diesem Fall kann es schon ohne ein eigentliches Unfallereignis (Bagatelltrauma) zu einer Auskugelung des Schultergelenkes kommen. Teilweise können die Patienten die Schulter auch willkürlich luxieren. Kugelt die Schulter in mehrere Richtungen aus (nach vorne, hinten und unten) spricht man von einer multidirektionalen Instabilität.

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Diagnostik

Mittels Röntgen lässt sich eine ausgekugelte Schulter gut diagnostizieren und auch eventuelle knöcherne Begleitverletzungen werden hieraus ersichtlich.

Nach Einrenkung der Schulter sollte jedoch zur exakten Abklärung von Begleitverletzungen eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) erfolgen, insbesondere da es bei ungenügender Ausheilung des Kapselbandapparates oder eines fehlverheilten Labrums zu einer wiederkehrenden Schulterluxation kommen kann.

Intra-operative Untersuchung mit Nachweis einer ausgeprägten antero-inferioren Instabilität
Intra-operative Untersuchung eienr Schulterinstabilität
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Behandlung

Akute Schulterluxation

Im Falle einer akuten Schulterluxation sollte in jedem Fall das Gelenk schnellstmöglich wieder eingerenkt (reponiert) werden. Andernfalls könnten schwerwiegende Schäden an Knorpel und Knochen des Gelenkes entstehen bzw. könnte es zu druckbedingten Gefäß- und Nervenschäden durch den luxierten Oberarmkopf kommen.

Das Einrenken sollte ausschließlich von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden, welcher nach Gabe von Medikamenten zur Schmerzstillung und Muskelentspannung das Gelenk so schonend wie möglich wieder einrenkt. Teilweise ist hierfür eine Kurznarkose erforderlich.

Patienten mit einer chronischen Instabilität oder einer multidirektionalen Instabilität sind oftmals selbst in der Lage, eine Reposition durchzuführen.

Habituelle Schulterluxation

Eine atraumatische / habituelle Schulterluxation wird vorrangig konservativ behandelt mittels intensiver Physiotherapie. Ziel ist eine dynamische Stabilisierung durch Verbesserung der Kraft und Koordination der Schultermuskulatur. Im Falle der konservativen Therapie einer posttraumatischen Schulterluxation steht nach kurzer Ruhigstellungsphase ebenfalls die Physiotherapie im Vordergrund mit Wiederherstellung der Schultergelenksbeweglichkeit und der Muskelaufbautraining.

Operative Therapie

Operativ behandelt werden sollten Patienten mit einer posttraumatischen wiederkehrenden Schulterluxation bzw. junge Patienten (unter 35-40 Jahren) mit Erstluxation und einer MR-tomographisch nachgewiesenen Abscherung des Labrums und Verletzung des Kapselbandapparates, da bei diesen eine sehr hohe Gefahr zur erneuten Luxation besteht. Kommt es bei der Schulterluxation zu einer Verletzung von Sehnen (Rotatorenmanschette) besteht die Indikation zur operativen Refixation.

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Spezialisierte Ärzte

PD Dr. Gunther Sandmann
PD Dr. med. Gunther Sandmann

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Instabilität / Luxation der Schulter

Konservative Therapie:
Reposition des Gelenks
Physiotherapie

Operative Therapie:
Schaden beheben

Patientenfeedback:

[Die Sportklinik Ravensburg] operierte meine Schulter, ... nach mehreren Luxationen... Schon nach 8 Wochen konnte ich meine Arbeit im Büro wieder aufnehmen.

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