Das Schultergelenk

Vorbemerkung: Die zwei häufigsten Probleme am Schultergelenk sind zum einen die Großgruppe des Impingementsyndroms, zum anderen die der Schultergelenksinstabilität. Alle Eingriffe an der Schulter werden endoskopisch vorgenommen.

1. Als Impingementsyndrom bezeichnet man die Schultergelenksproblematik bedingt durch eine relative räumliche Enge zwischen Schulterkopf und Schulterdach (Acromion). Diese räumliche Enge kann funktionelle (muskuläre Dysbalance) oder auch anatomisch strukturelle Ursache haben. Zweiteres kann bedingt sein entweder durch eine knöcherne Ausziehung der Acromionunterseite oder durch ein hakenförmig angelegtes Acromion, wodurch jeweils der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach knöchern eingeengt wird.

Dadurch kann es zu einer Reizung der zwischen dem Schulterkopf und dem Schulterdach hindurchziehenden Rotatorenmanschette (Sehnenplatte, die den Oberarmkopf umgibt) kommen. Besonders betroffen ist hierbei der obere Anteil der Rotatorenmanschette, d. h. die Supra- spinatussehne. Oder es kann zu einer Reizung der zwischen der Rotatorenmanschette und dem knöchernen Schulterdach liegenden Verschiebeschicht (Schleimbeutel oder Bursa) kommen, d. h. es entwickelt sich eine Bursitis subacromialis.

Rotatorenmanschette
Rotatorenmanschette

Wird die Rotatorenmanschette chronisch gereizt, kann es letztendlich zu Verkalkungen in der Rotatorenmanschette oder einer Ruptur derselbigen kommen. Die gerissene Rotatorenmanschette ist letztendlich das Endstadium des Impingementsyndroms. Je nach Ursache und Stadium der Erkrankung können unterschiedliche operative Maßnahmen zur Anwendung kommen.

2. Die zweithäufigste Problematik des Schultergelenkes ist die Schultergelenksinstabilität, bedingt hauptsächlich durch das relative Ungleichgewicht der Größe zwischen dem großen Oberarmkopf und der kleinen Schultergelenkspfanne. Außerdem ist die Schultergelenkspfanne verglichen z. B. zu dem Hüftgelenk sehr flach ausgebildet. Dies bedingt eine relative Instabilität zwischen Schulterkopf und Pfanne.

Der hieraus resultierende Vorteil ist die sehr gute Mobilität, d. h. der große Bewegungsumfang im Schultergelenk. Der knöchern vorgegebenen Hypermobilität des Schultergelenkes wirken weichteilige Strukturen entgegen, d. h. das Schultergelenk wird hauptsächlich weichteilig stabilisiert. Die hierfür verantwortlichen Strukturen sind die faserknorplige Umrandung der knöchernen Pfanne (Labrum), die Schultergelenkskapsel mit den in sie eingeflochtenen Bändern und insbesondere die schon vorher erwähnte Muskelsehnenmanschette, welche den Oberarmkopf umgibt, d. h. die Rotatorenmanschette.

Kommt es nun zu einer Auskuglung (Luxation) des Oberarmkopfes aus der Schulterpfanne, muss zunächst einmal natürlich der Kopf wieder in die Pfanne reponiert werden. Bei der Auskuglung (Luxation) werden jedoch sehr häufig unterschiedliche Strukturen geschädigt. Der häufigste Schaden ist das Abreißen des faserknorpligen Pfannenrandes (Labrum) am vorderen unteren Pfannenrand, oder es kann die Schultergelenkskapsel mitsamt ihrer Bändern reißen, oder auch die Rotatorenmanschette. Am Oberarmkopf kommt es hierbei häufiger auch zu einem Knorpelschaden.

Meistens müssen Erstluxationen nicht sofort operiert werden, insbesondere bei Patienten über dem 30. Lebensjahr. Kommt es jedoch zu wieder- kehrenden Luxationen muss das Schultergelenk operativ stabilisiert werden (siehe unten).

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