Knorpelschaden

Anatomie:

Die gelenkbildenden Knochen sind mit einer Knorpelschicht überzogen, sodass bei deren Bewegung zueinander möglichst wenig Reibung zwischen den Gelenkpartnern entsteht. Der Gelenkknorpel (hyaliner Knorpel) besteht zu 80% aus Wasser und zeichnet sich durch seine elastische, stoßdämpfende und reibungsarme Eigenschaften aus. Der Knorpel ist ein nichtdurchblutetes Gewebe und hat daher eine sehr geringe Regenerationsfähigkeit. Ein Schaden am Gelenkknorpel vor allem im Erwachsenenalter, bedingt  einen bleibenden Defekt, mit Tendenz zur Defektvergrößerung. Die Bewegung eines Gelenkes, d. h. das Wechselspiel von Be- und Entlastung ist für die Ernährung des Knorpels unerlässlich. Während der Belastung werden verbrauchte Nährstoffe aus dem Knorpel gepresst, um sich in der Entlastungsphase wieder mit neuer Gelenkschmiere und frischen Nährstoffen vollzusaugen.

Ursache von Knorpelschäden:

Bei der Entstehung von Knorpelschäden unterscheidet man folgende Ursachen: Abnützung, Trauma, Entzündung, Durchblutungsstörung.

Mit fortschreitendem Alter oder bei übermäßiger Belastung verliert der Knorpelaufbau seine Elastizität. Gleichzeitig sinkt der Wassergehalt innerhalb des Knorpelaufbaus, dadurch vermindert sich dessen Stoßdämpferwirkung. Die ehemals spiegelglatte Oberfläche des Knorpelaufbaus wird spröde und bekommt Risse. Wenn der nicht mehr ganz glatte Knorpelaufbau an seinem Gegenspieler auf der anderen Seite des Gelenkes reibt, können sich kleine Partikel lösen und es entstehen Knorpeldefekte. Im schlimmsten Fall wird die komplette Knorpelschicht abgenützt und beide Knochenenden reiben bei Bewegung direkt aufeinander (Arthrose).

Abbildung 1: Knie mit Knorpeldefekt
kaputter Knorpel

Knorpelschäden werden in 4 Untergruppen klassifiziert:

Grad 1
Grad 2
Grad 3
Grad 4

Grad 1: Knorpelerweichung bei intakter Oberfläche.

Grad 2: Einrisse mit einer Tiefe < 50% der Knorpeldicke.

Grad 3: Knorpeldefekte > 50% der Knorpeldicke, d. h. evtl. bis zur Knochenschicht reichend.

Grad 4: Vollständiger Knorpeldefekt, d.h. der Knochen unter dem Knorpel liegt frei (“Knorpelglatze“).

Diagnostik:

Zur Basisuntersuchung zählen Röntgenaufnahmen des betroffenen Gelenkes. Knorpelgewebe kommt im Röntgen nicht zur Darstellung. Im Anfangsstadium von Knorpelschäden ist die Röntgenaufnahme daher völlig unauffällig. Erst wenn durch Knorpelschäden eine Arthrose-Entwicklung eingetreten ist kommen typische Röntgenzeichen zur Darstellung (Gelenkspaltverschmälerung, knöcherne Randzackenbildungen, Verdichtung der Knochen unterhalb des Gelenkknorpels und Zystenbildung in diesem Knochenareal). Durch eine kernspintomographische Untersuchung lassen sich Knorpelschäden dierkt darstellen. Eine exakte Diagnostik von Knorpelschäden erlaubt jedoch bisher ausschließlich die Arthroskopie/Spiegelung eines Gelenkes, über welche dann letztendlich auch therapeutische Maßnahmen erfolgen können (siehe hierzu unter Therapie).

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