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Eine Hüftdysplasie ist eine Gelenkfehlstellung im Bereich der Hüfte.

Bei einer frühzeitigen Diagnose können konservative Therapien dauerhafte und irreversible Gelenkschäden vermeiden. Unsere Hüftspezialisten helfen Ihnen zügig weiter.

Hüftdysplasie

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Definition

Als Hüftdysplasie wird eine angeborene oder erworbene Fehlstellung der Hüftgelenkpfanne bezeichnet. Bei dieser Erkrankung liegt der Hüftkopf des Oberschenkels nicht mehr fest in der Hüftgelenkpfanne. Im schwersten Fall einer Hüftdysplasie, der Hüftluxation, rutscht der Kopf des Oberschenkelknochens aus der Gelenkpfanne heraus.

Eine Hüftdysplasie kann auch zusammen mit anderen Fehlbildungen vorkommen. Die alleinstehende Hüftdysplasie ist jedoch erheblich häufiger anzutreffen und findet sich in signifikant höherer Zahl bei Mädchen als bei Jungen. Eine Hüftdysplasie und eine Hüftluxation können sowohl einseitig als auch an beiden Seiten des Hüftgelenks auftreten. 

  • Angeborene oder erworbene Fehlstellung des Hüftgelenks.
  • Alleinstehende Hüftdysplasie ist häufiger.
  • Mädchen häufiger betroffen als Jungen.

Erkrankungsverlauf

  • Ohne Behandlung kommt es bei schweren Formen zu bleibenden Schäden des Hüftgelenks mit Hinken, Gangstörungen und Schmerzen. Endzustand schwerer Formen ist die Hüftgelenksarthrose.
  • Leichtere Formen weisen keine Schmerzen auf.

Anatomie

  • Die Beweglichkeit des Hüftgelenks wird durch das Ausmaß der Umschließung des Hüftgelenkkopfs durch die Hüftgelenkspfanne sowie von Bändern und Muskeln beschränkt.
  • Ist die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne nicht korrekt (Fehlstellung), kann es beim wachsenden Kind zu einer Verknöcherung der Fehlstellung kommen. Auch können sich Hüftpfanne und Hüftkopf in einigen Fällen nicht regelrecht in Form und Größe ausbilden. Dies führt mittelfristig zu einer mangelhaften Funktion des Hüftgelenks mit nachfolgender Schädigung und Zerstörung (Arthrose).
  • Durch die Dysplasie kann ein erleichtertes Herausrutschen des Hüftkopfes (siehe Bild) aus der zentrierten Position in der Hüftgelenkspfanne resultieren. Das leichte Herausrutschen entspricht einer Subluxation (Teilverrenkung), das vollständige Herausrutschen einer Luxation (Verrenkung).

Durch die Dysplasie kann ein erleichtertes Herausrutschen des Hüftkopfes (siehe Bild) aus der zentrierten Position in der Hüftgelenkpfanne resultieren. Das leichte Herausrutschen entspricht einer Subluxation (Teilverrenkung), das vollständige Herausrutschen einer Luxation (Verrenkung).

Wird die Fehlbildung frühzeitig erkannt, kann sie vollständig ausheilen.

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Beschwerden

Symptome und Schmerzen

Kinder:

  • Meist schmerzfrei, aber sichtbare Symptome (s.u.).

Erwachsene:

  • Stechende Leistenschmerzen.
  • Seitliche Hüftgelenksschmerzen. 
  • Bewegungseinschränkung, Gelenkinstabilität, Gelenkblockaden.
Baby mit Hüftdysplasie
Die Hüftdysplasie kann bereits bei Neugeborenen und Babies auftreten, sie ist keine reine Abnützungserscheinung des Gelenks. Die Ausprägung der Symptomatik kann dabei stark variieren, ebenso wie der weitere Verlauf.

Hüftdysplasie bei Babys

Beim Neugeborenen kann eine Hüftdysplasie keine oder aber schon vollständig ausgeprägte Symptome hervorrufen. Erste Anzeichen können ein instabiles Hüftgelenk, eine Längendifferenz der Beine, eine Ungleichheit der Gesäßfalten oder die Schonung eines Beines mit gehemmter Abspreizung sein. Bei der Mehrheit der Neugeborenen kann sich ein instabiles Hüftgelenk wieder zurückbilden. Sobald das Laufen erlernt wird, können weitere Symptome, wie leichtes Einsinken der betroffenen Hüftseite oder Schmerzen im Leistenbereich, auftreten. 

Hüftdysplasie bei Erwachsenen

Bei der Hüftdysplasie handelt es sich in der Regel um eine angeborene Entwicklungsstörung. Wird jedoch im Kindesalter nicht korrekt diagnostiziert und behandelt, können auch im Erwachsenenalter Beschwerden auftreten. Typische Symptome, die mit Belastungen und Abnutzungserscheinungen durch die Hüftdysplasie im Erwachsenenalter zusammenhängen, sind belastungsabhängige, stechende Leistenschmerzen sowie seitliche Hüftgelenksschmerzen. Diese treten häufig beim Sport oder sonstiger körperlicher Betätigung auf und können sowohl schmerzhaft als auch bewegungseinschränkend wirken, indem etwa das Gelenk plötzlich "wegknickt". Ein Gefühl der Gelenksinstabilität sowie steife Gelenkblockaden sind ebenfalls Indikatoren für eine mögliche Hüftdysplasie.

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Insbesondere beim Sport treten Beeinträchtigungen durch undiagnostizierte Hüftfehlstellungen auf: Stechende Leistenschmerzen sowie seitliche Hüftgelenksschmerzen sind typische Indikatoren für Hüftdysplasie, insbesondere in Kombination mit einem Gefühl des "Wegknickens".

Diagnostik

Kinder:

Bereits Kinder werden im Rahmen der Vorsorge-Untersuchungen routinemäßig auf eine Hüftdysplasie untersucht. Für eine sichere Diagnose wird eine Ultraschall-Untersuchung der Hüfte durchgeführt. Eine Röntgenuntersuchung zur Feststellung einer Hüftdysplasie ist bei Kindern weniger zuverlässig.

Erwachsene:

Dagegen kann eine Hüftdysplasie bei Erwachsenen leicht durch ein Röntgenbild diagnostiziert werden. Form und Stellung des Hüftgelenks lassen sich auf einem Röntgenbild gut beurteilen. Zudem lässt sich erkennen, ob bereits eine Arthrose der Hüfte vorliegt.

Die Schwere der Beschwerden kann der Arzt durch eine Erfragung der Symptome (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung abschätzen. Daraufhin kann er die richtige Behandlungsmethode auswählen.

Ohne Behandlung kommt es bei schweren Formen der Hüftdysplasie zu bleibenden Schäden des Hüftgelenks, wie Hinken, Gangstörungen und Schmerzen. Der Endzustand schwerer Formen ist die Hüftgelenksarthrose. Leichtere Formen verursachen hingegen oft nur geringe Schmerzen oder verlaufen komplett schmerzfrei.

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Behandlung

Zur Behandlung einer Hüftdysplasie können konservative sowie operative Maßnahmen eingesetzt werden.

Konservative Therapie

  • Säuglingsalter:
    • Windeln, Wickeln, Spreizhosen: Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen im Säuglingsalter ohne Operation durch Einsatz breiter Windeln und Wickeln oder Spreizhosen. Auch eine Ruhigstellung durch Spreizgips kann erforderlich sein.
  • Jugend- oder Erwachsenenalter:
    • Geometrie: Kommt es im Jugend- oder Erwachsenenalter zu Beschwerden in der Hüfte wie Schmerzen oder auch ein Schnappen sollte die Geometrie der Hüfte analysiert werden.
    • Reposition: Ist die Hüftdysplasie weiter ausgeprägt, wird der Hüftkopf zurück in die Hüftpfanne gebracht. Dies geschieht manuell oder mit dem Einsatz von Bandagen oder Apparaturen.
    • Fixierung: Nach einer erfolgreichen Reposition kann eine unterstützende Fixierung durch Gips oder Schienen zur stabilisierung notwendig sein.

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Wenn eine Hüftdysplasie für konservative Therapiemöglichkeiten zu spät diagnostiziert wurde oder die Dysplasie besonders stark ausgeprägt ist, wird der Hüftkopf operativ wieder zentral in die Pfanne gebracht.

Eine Operationstechnik die dabei in Frage kommt ist die Triple Osteotomie. Dabei wird das Becken um die Hüftpfanne an drei Stellen durchtrennt. Die Pfanne kann dann in eine korrekte Überdachungsstellung gebracht werden. Dadurch ist die Anatomie korrigiert und der Verschleiß am Gelenk wird verzögert sowie Beschwerden gelindert.

Besteht eine Fehlstellung oder Fehlrotation des Oberschenkelknochens, kann zusätzlich eine Korrektur mittels Femur-Umstellung in Erwägung gezogen werden.

Je nach Krankheitsgrad kann auch der Einsatz einer Hüftgelenks-Endoprothese (TEP) zum Einsatz kommen. Größtes Ziel ist dabei, möglichst wenig Knochenmaterial während der Hüftoperation zu schädigen.

Sie haben Beschwerden im Bereich des Hüftgelenks oder der Leistengegend? Vereinbaren Sie noch heute einen Termin!

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Optionen

Konservative Therapie:
Reposition / Fixierung

Operative Therapie:
Schaden beheben

Triple Osteotomie
Korrektur der Anatomie

 

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Dr. med. Thomas Mattes
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